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Helga Hanisch

Ausstellung - Helga Hanisch öffnet ihr Atelier

Von unserem Reporter Josef Nürnberg

  • Fürfeld

Helga Hanisch

in ihrem Freiluftatelier

Mehrere Künstler im Kreis Bad Kreuznach hatten vergangenes Wochenende die Tore zu ihren Ateliers geöffnet. Eine von ihnen ist Helga Hanisch aus der Rathausstraße 8 in Fürfeld. Der „Öffentliche“ hat bei ihr vorbeigeschaut und war besonders von ihrem Sommeratelier angetan.

Die Künstlerin wohnt mit ihrem Mann im alten Rathaus der Gemeinde, das vor Jahrzehnten ihr Großvater erworben hatte. Schon als Kind kam die bei Magdeburg geborene Künstlerin während der Ferien zu Opa. Später beschlossen sie und ihr Mann dann, das Fürfelder Rathaus als Altersruhesitz zu wählen. Wer aber am Sonntag ihr Atelier besuchte, traf auf eine extrem agile Frau, die die Besucher äußerst freundlich am Gartentor empfing. Übrigens nicht zufällig, denn der Garten hat für sie als Künstlerin eine große Bedeutung, findet sie doch hier ihre Materialien. Diese sind Papier, Wachs und eben Fundstücke. Sie selbst interessiere sich für die Überreste der Alltagskultur, die durch menschlichen Gebrauch eine Geschichte haben, „in unserer Wegwerfgesellschaft jedoch keine Beachtung finden“. In dem sie sie bewahrt und dann in einen neuen Kontext stellt, gibt sie den Materialien wieder eine neue Bedeutung, sagt sie. Verzichtete sie in ihren Werken bis vor Kurzem noch auf Farbigkeit, so hat sie nun hauptsächlich erdfarbene Töne entdeckt.

Ob bewusst oder unbewusst scheint sie vom Licht und Farbenspektrum Rheinhessens angetan zu sein. Deutlich wird das im Vergleich zur Farbigkeit ihrer Werke zum rheinhessischen Sandstein – dem Mauerwerk ihres Sommerateliers. Nach dem Rundgang durch ihre Ausstellung im Haus bot sich darum der Gang in den Garten mit dem Besuch des Freiluftateliers an. Wobei die Besucher unbedingt ihre Blicke schweifen lassen sollten, um auch ihre Plastiken wie den „Grünschnabel“, „Zungenbeißer“ oder das „Sonntagskind“ zu entdecken. Dass dabei auch der Garten als solches ein Kunstwerk ist, setzt dem Ateliersbesuch die Krone auf. Übrigens ist Hanisch, die an der Folkwangschule in Essen studiert hat, eine ungeduldige Frau, wie sie sagt. Ihre Ungeduld kommt dem Garten jedoch ganz besonders zugute. Denn während ihre Werke trocknen müssen, pflegt sich den Garten. Der dankt es ihr, indem er von der Natur geschaffene Kunstwerke wie Blätter oder auch Äste liefert, die die Künstlerin in ihren Kunstwerken konserviert.

Helga Hanisch ist froh, dass es das Angebot der offenen Ateliers gibt. Es sei wichtig, dass Menschen Künstlern mal über die Schulter schauten. Darum hat sie auch wie einige andere Künstler am kommenden Sonntag, 25. September, von 14 bis 19 Uhr wieder ihr Atelier geöffnet.


Öffentlicher Anzeiger vom 20. September 2016

 

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geb. 1954 in Eilsleben bei Magdeburg
lebt und arbeitet in Fürfeld

Ausbildung

1973-77 Studium an der Folkwanghochschule Essen
bei Prof. Hermann Schardt

Preise/Stipendien

  • 1977 Förderpreis der Stadt Gelsenkirchen
  • 1997 Stipendium des Künstlerbahnhofs Ebernburg

Teilnahme/Mitgliedschaften

  • Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler RLP

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